Köln, 1. December 2022

Essen und Trinken in Frankfurt

Genug gearbeitet! Feierabend! Du bist hungrig, durstig und vor allem neu hier? Unsere Gastro-Tipps

Hübsch, hässlich, cool, hip, langweilig, gentrifiziert … Das sind vermutlich die gängigen Attribute, die du hörst, wenn du Nicht-Frankfurtern von deinem kürzeren oder längeren Aufenthalt in der Mainmetropole erzählst. Alles stimmt, denn Frankfurt ist vor allem eines: gegensätzlich, divers.

Einheimische dagegen fühlen sich mit ihrer Stadt engstens verbunden, sie schwärmen von der unaufgesetzt kosmopolitischen Mischung, ganz abgesehen vom Kultur- und Kunstangebot. Kurz: Frankfurt verlangt und verdient einen zweiten und dritten Blick, wenn man von außen kommt.

Rund 180 Nationen leben in der Stadt, das macht sie auf die Größe bezogen einzigartig. Und so bunt gemischt die Menschen in der Finanzmetropole sind, so reich sind die Tische hier gedeckt. Beschränken wir uns auf die nächsten und übernächsten Lokale vor deiner ipartment-Haustür im Bahnhofsviertel und Europaviertel. Kulinarisch hat sich in den letzten Jahren viel getan Jahren. Und – bei aller Hipness: Die Ebbelwoi-Tradition darf dabei nicht in Vergessenheit geraten.

Bahnhofsviertel und drumherum

Da Vinc

Beginnen wir mit dem Naheliegendsten: Dem kleinen, aber feinen Italiener Da Vinc bei dir zuhause. Den kannst du nämlich nicht nur fußläufig erreichen kannst, sondern sitzt mit nur einer Aufzugfahrt am gedeckten Tisch. Hier gibt es die typischen italienischen Basics, zweierlei Suppen, eine schöne Auswahl an Pastagerichten und eine überschaubare Anzahl an Fisch- und Fleischgerichten nach Tagesangebot. Und wenn dir der Sinn gar nicht nach Ausgehen steht, nimmst du die Speisen einfach mit in dein ipartment- Apartment. (Kölner Str. 4)

Maxie Eisen

Maxie Eisen ist eine Bar und ein Salon mit exquisiten Speisen und Getränken. Vor allem aber sind die beiden Lokalitäten hip und bis tief in die Nacht beliebt. Eine Pionieradresse, die vor ein paar Jahren für neuen Schwung im Bahnhofsviertel sorgte. Passenderweise wurde die Location nach dem Chicagoer Gangster mit deutschen Wurzeln aus den 1920er Jahren benannt, Maxie Eisen. Die Gründer, die Frankfurter Erfolgsgastronomen James und David Ardinast, agieren nur noch im Hintergrund, konzentrieren sich heute mehr auf den Zuwachs in ihrem Gastro-Konzept: Die Bar Shuka. Das Maxie Eisen gehört aber weiterhin zum Hot Spot im, nun ja, berüchtigten Viertel. Das wechselnde Menü gibt es im Salon, köstliche Snacks nebenan am Tresen. (Münchener Straße 18)

Seven Swans

Im schmalsten Haus Frankfurts findest du ganz große Gemüseküche. Das vegane Restaurant Seven Swans gehört zu den Trendsettern der Stadt und wird für die kreativen Teller regelmäßig mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Die Zutaten kommen nicht nur aus der Region, sondern aus dem eigenen Garten. Auf Importware wie Zitronen, Avocados und exotisches Gewürz verzichtet Küchenchef Ricky Saward. Dafür sammelt, trocknet, räuchert, fermentiert er nahezu jedes hier wachsende Grünzeug und kreiert spannende Gerichte. Dass die Einrichtung nicht dem Zufall überlassen wurde, versteht sich von selbst: Es ist durchgestylt bis unters Dach. (Mainkai 4)

Bar Shuka

Auf der Karte und den Tellern vereinigen sich im Restaurant Bar Shuka Israel und Palästina, wie man es sich nur wünschen kann. Die „Neue Tel-Aviv-Küche“ ist im 25hours Hotel The Trip beheimatet, erinnert an einen orientalischen Markt inklusive Showküche und offeriert einen kulinarischen Streifzug durch die levantinische Küche. Selbstverständlich mit Frankfurter Sprengseln: Die Grüne Soße wird aus Mittelmeerkräutern gemacht, das Pitabrot kommt frisch aus dem Ofen, Kichererbsen gibt es in allen Varianten und der Jerusalem-Kebap wird über dem offenen Feuer zubereitet. (Niddastr. 58)

Pizzeria Montana

Hip, chic, knallbunt – und vor allem gibt es Neapolitanische Pizza, die ohne viel Aufsehen lecker ist! Der Teig durfte 48 Stunden ruhen, das fertige Produkt kommt dagegen nach nur 60 Sekunden aus dem 450 Grad heißen Steinofen. Dieser dominiert in der Optik eines gelben Smileys den hinteren Teil des Lokals, aber davon darf man sich nicht irritieren lassen: Denn die Pizza-Auswahl ist überschaubar und lecker. Dabei ist an alle Vorlieben gedacht: Mit oder ohne Belag aus der italienischen Salumeria. Pizza Diavolo mit karamellisierten Zwiebeln gilt als der Lokal-Hit. (Weser Str. 14)

Le Petit Royal

Das berühmteste Steakhaus der Republik, das Grill Royal, ist vor ein paar Jahren mit dem Le Petit Royal in Frankfurt angekommen. Mit anderen Worten: Die Grill-Klassiker wie Wildfanggarnelen, Chauteaubriand, Bouillabaisse, alle Premium-Steaks und getrüffelte Kartoffelmousseline haben den Sprung von der Spree an den Main geschafft. Austern, Kaviar, Hummer – sind seither eine Selbstverständlichkeit in der Mainmetropole. Die Atmosphäre ist erwartbar chic mit elegantem französischem Flair. Das Restaurant befindet sich zwar im Souterrain, aber im schönen Gründerzeitvillen-Komplex, den die Althoff-Hotelgruppe in das Ameron-Neckarvillen-Boutique-Hotel verwandelt hat – am Rand des Bahnhofsviertels! (Neckarstr. 13)

French Bento Bar

Diese Bar ist vornehmlich eine Bar – mit lediglich kleiner Barfood-Karte. Und soll dennoch hier erwähnt sein, denn wer im Le Petit Royal diniert, sollte sich hier zum Aperitif treffen. Die französische Eleganz wird hier mit japanischen Einflüssen fortgeführt. Berühmt ist die French Bento Bar für ihre Signature-Drinks, geliebt wird sie für ihre Highballs und selbstgemachten Limonaden. Alles in allem: chic und weit mehr als eine herkömmliche Hotelbar. (Neckarstr.13)

L’Arôme

In nächster Nähe zu Oper, Schauspielhaus und Komödie führt Hai Minh Hoang sein Restaurant L’Arôme. Der gebürtige Vietnamese hat in Frankfurts Toprestaurants Spuren hinterlassen – bevor er sich für den eigenen Herd entschied. Nun tischt er seine weltoffene europäisch-asiatische Küche in einer der besten Ecken der Stadt auf. Hinterm Tresen können ihm die Gäste beim Front-Cooking zusehen. Im Obergeschoss geht es ruhiger zu. Eine frische aromatische Küche ist gesetzt, spannende Zutaten sind Programm. Hat jemand nach Dumplings gefragt? Unbedingt hier probieren, mit Nusskrokant plus Gänseleber. Einziges Manko: In der Regel werden nur Menüs ab vier Gänge angeboten. (Neue Mainzer Straße 20)

Kleinmarkthalle und Schlemmergarten

Die Frankfurter sagen, ihre Markthalle sei der Bauch und das Herz der Stadt. Hier, in nächster Nachbarschaft zu Römer und Zeil, bekommst du alle internationalen Spezialitäten, regionale Köstlichkeiten, frisches Obst und Gemüse, tagesfrische Fische und, und, und… Mittagessen kannst du in der Markthalle natürlich auch: Viele Händler bieten Snacks an kleinen Tischen, im ersten Stock findest du die „Markt-Stubb“. Da gibt es einfache, aber gut gemachte regionale Spezialitäten: Grünkohl, Bratwurst, Schnitzel. (Hasengasse 5-7)

Ein paar Meter weiter entfernt

Da Marietto

Es heißt, manch einer soll schon für Ravioli mit Butter und Salbei ins Westend gepilgert sein. Was bedeutet: Da Marietto gehört zu den alteingesessenen italienischen Restaurants, die ihr Handwerk mehr als nur verstehen. Filets und tagesfrischer Fischfang kommen vom Grill, je nach Saison schmücken Pfifferlinge oder Trüffel die Pasta. Im Familienbetrieb geht es solide, aber dennoch leger zu. (Feuerbachstr. 25)

Restaurant Goldmund im Literaturhaus

Französische Küche trifft in der Brasserie Goldmund auf deutsche Tradition, allerdings modern interpretiert und dazu in glamourösem Interior. Im Gegensatz zu vielen anderen Lokalitäten mit großstädtischem Charme, kannst du hier à la Carte essen. 4-, 5- und 6-Gänge Menüs gibt es selbstverständlich auch. Aber allein für die Klassiker wie gebratene Wachtel auf Steinpilzrisotto oder Coquille Saint Jacques auf Gurkensenfsaatrelish lohnt sich der Weg mit einem Spaziergang am Main. (Schöne Aussicht 2)

Apfelwein? Äppelwoi? Ebbelwoi rules!

Nein, nicht nur Skyline und Finanzwelt dominieren das Geschehen, Frankfurt hat auch seine gemütlichen Seiten. Wo? du solltest die Lokale aufsuchen, wo das hessische Nationalgetränk großzügig und mit Vergnügen ausgeschenkt wird. Ebbelwei, Ebbelwoi, Äppelwoi – der Dialekt macht’s schwierig, aber gemeint ist immer gekelterter Apfelsaft, der aus dem Bembel (Krug) ins Gerippte (Glas) geschenkt wird – mit rund 5,5 Prozent Alkoholgehalt.

Die drei genannten Lokale sind beliebtesten, gemütlichsten und traditionsreichsten der Stadt. In den rustikalen Häusern sitzt man an langen Holztischen, isst regionale Spezialitäten wie Grie Soß, also Grüne Soße mit Eiern und Kartoffeln, Schlachtplatte, Rippchen, Sauerkraut und kommt mit den Tischnachbarn schnell ins Gespräch: Am Abend sind die Lokale in der Regel proppenvoll. Das ist touristisch? Ja, aber vollkommen egal, weil es nett ist und Spaß macht. (Apfelwein Dax, Alt-Sachsenhausen, Willemerstraße 11 / Fichtekränzi, Alt-Sachsenhausen, Wallstraße 5 / Apfelwein Solzer, in Bornheim, Berger Str. 260)

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